Kunst Forum Weil der Stadt

 

 

 

 

Nach der Sommerpause

 

wird am 13.9. Carolin Jörg, Professorin der Hochschule Augsburg, die Ausstellung "Nirgendwo ist auch ein Ort" eröffnen, Raumzeichnungen aus Fäden und Papierstreifen werden die Kapellenwände verspannen (siehe unter "Vorschau").


 

                          

Das Kunstforum Weil der Stadt organisierte außerhalb seines bereits veröffentlichten Jahresprogramms eine zusätzliche Ausstellung, in gewisser Weise eine sommerliche Zugabe in Verbindung mit einem „Sommerfeschtle“.

Die Ausstellung ist mit „HEIMSPIEL – Fünf vom Kunstforum“ betitelt und zeigt Positionen von künstlerisch Aktiven im Vorstand und Beirat des Weil der Städter Kunstvereins: Malerei, Fotografie, sowie Künstlerbücher und räumliche plastische Objekte.


Steffi R. Cramer, die seit vielen Jahren im künstlerischen Beirat und der Organisation des Kunstforums tätig ist, zeigt als gelernte Fotografin fotografische Arbeiten.
In ihren „Häutungen“ präpariert die Künstlerin Fruchthäute und fertigt daraus mittels Lichts fotografische Bildunikate. Ihre Arbeiten zeigen Häute von Früchten, Strukturen und Farben von durchleuchteten Fruchthäuten, dabei wirken die vergrößerten und halbtransparenten Ausschnitte wie völlig freie Kompositionen. Ihre „Spraypaints“ wiederum basieren auf diesen Arbeiten: Prägnante Formen und Faltungen von Fruchthautschichten werden malerisch auf Folien projiziert und auf Spraymasken übertragen, mit schematischen, zeichnerischen Darstellungen von floralen Zellstrukturen aus dem mikroskopischen Kosmos ergänzt  und „gesprayt“.


Susanne von Eltz aus Schafhausen, künstlerisch tätig, unterrichtete dort viele Jahre in der Grundschule als Lehrerin und ist Gründungsmitglied des Kunstforums.
Sie zeigt Malerei. Die Bilder wirken wie Versteinerungen von Farnen und Schnecken und anderen Naturformen. Sie sind in ihrer Oberfläche zerkratzt, rau und häufig auch farblich monochrom. Gesteinsmehl, Erdpigmente, vermischt mit Eitempera sind die Malmaterialien. Sie ergeben einen Farbteig, der auf Holzplatten aufgetragen wird, um dann mit Pinsel, Spachtel und Messer die Motive aus der Oberfläche herauszuarbeiten.

Franziska Heyder, die erst seit wenigen Jahren im Kunstforum aktiv ist, ist Absolventin der Kunstakademie und unterrichtet Kunst. Sie ist derzeit zweite Vorsitzende des Vereins.
Ein Großteil ihrer Arbeiten für die Ausstellung entstand, wie sie sagt, in den Sommertagen im kargen Alpenvorland der Provence. Die heißen Tage Anfang August trocknen die übrig gebliebenen Pflanzen aus. Die Farben verändern sich, Strukturen dominieren. Spitze Stacheln, Nadeln, Dornen, auch verbrannte Sonnenblumen werden mit harter Tusche-Feder in das weiche Papier gekratzt und mit verschiedenen Materialien ergänzt. Gelegentlich finden auch Naturmaterialien den Weg direkt ins Bild, auch der Zufall spielt bei der Gestaltung eine Rolle.  Eine Wohltat mögen für manche dagegen die mit sanften Tönen in Eitempera gemalte Serie der Hortensien sein, in denen allerdings auch Vergängliches anklingt.

Horst Peter Schlotter wohnt und arbeitet seit Jahrzehnten in Münklingen und gab 1994 mit den Anstoß zur Gründung des Kunstvereins.
Er arbeitet vorwiegend in den bildnerischen Bereichen Malerei, Zeichnung, Mischtechnik/Collage und Druckgrafik. Daneben schuf er auch Plastiken aus Bronze, Skulpturen aus Holz, Objekte aus verschiedenen Materialien, sowie Rauminstallationen. Ein wichtiger Werkaspekt sind seine Künstlerbücher, die er seit rund 40 Jahren kontinuierlich füllt. Bei der Malerei handelt es sich um mit Acrylbinder verarbeitete Pigmente auf Leinwand oder Nessel. Motive sind oft Gegenstände wie Schalen, was seine Bilder meist der Gattung Stillleben verwandt erscheinen lässt. Er ist Absolvent der Kunstakademie Stuttgart und Mitglied des Künstlerbunds Baden-Württemberg und stellt Bilder, plastische Arbeiten und Künstlerbücher aus.

Silvia Tanczos-Lückge ist seit einigen Jahren erste Vorsitzende des Kunstforums. Seit gut 20 Jahren ist sie als engagierte Autodidaktin aktiv. Sie malt mit Acrylfarben, experimentiert dabei auch mit verschiedenen Materialien wie Sand, Marmormehl, Spachtelmasse, Collagematerial, Tusche und zuletzt auch Bitumen und Wachs. Bei ihren überwiegend abstrakten Bildern überlässt sie manches dem Zufall und der Inspiration aus der eigenen lebhaften Ideenwelt sowie der momentanen Stimmung. Meist sind die Bilder nicht geplant, sondern entstehen aus dem Experiment mit Form und Farbe. Thematisch ist sie immer offen für neue Ideen und Ausdrucksformen.

Vernissage-Begrüßung mit den fünf Ausstellenden und Moderatorin Beate Kienzle (2. von links);  Zuhörer vor Bildern von Cramer und Heyder (re),  die aufgefordert über ihre Arbeitsweise spicht;Im Westen Bilder von Fr. Heyder, S. von Eltz, S. T.-Lueckge und eine Installation von HP Schlotter;  Susanne von Eltz demonstriert die Herstellung von Eitempera, Farbmaterial für Ihre Großformate;HP Schlotter erklärt Besuchern seine Malbücher; an Nordwand Arbeiten von S. Tanczos-Lueckge.

 

Kurz vor Ende der Ausstellung gelang den Kunstaktiven mit dem gesamten Vorstand bei hitzigen Temperaturen noch ein spritziges "Sommerfeschtle"!

Zunächst inmitten der Ausstellung mit leckerer Backware und Mandeleiskaffee vom Eiswagen vor der Kapelle, schließlich im Außenbereich im Walnußbaumschatten mit herzhaften Köstlichkeiten und reichlich Getränken - wowww!  

 

 

 

 


  Begrüßung und Grußworte vor Westfront  -  Performancebeginn mit Raumvermessungen

  Raumskulpturen, konzipiert am Boden und in der Luft . . . . . . Kunstgebilde als flüchtiges Ereignis - wer erkennt, der staunt!  Einführungsrede (bitte anklicken) Clemens Ottnad und Gespräch mit Vernissagegästen

 

  Das vorgezogene Kunstgespräch am 16.5. in der Kapelle mit den Ausstellenden brachte interessante Einblicke in deren unterschiedliche Arbeitsweisen inclusive Demonstration des Titels der Ausstellung: 360-Grad! Im Anschluß  spazierte man noch zum "Klösterle",  Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg 11, wo eine Outdoor-Performance geboten wurde - geräuschvoller noch als in der Kapelle - eine Kooperation mit „Klassik im Klösterle“!Akteure von links: Swoboda, Démoulin, Wünsche-Kehle, rechts von ihr im Hintergrund Moritz Winckelmann, Pianist und Leiter der illustren Konzertreihe "Klassik im Klösterle".

 

 


 

 

Die Wahl für die 1. Ausstellung 2026 während der 'Frauenwochen Weil der Stadt' fiel auf zwei äußerst gegensätzliche Künstlerinnen. Mit ihrem poetischen Titel „Spuren von Zeit und Seele“ weisen Margot Spuhler und Katharina Schwarz aber auf Gemeinsamkeiten in Ihrer Arbeit hin:

Die figürlichen Tonplastiken und Objekte der in Dettenhausen lebenden Margot Spuhler weisen Spuren auf und wirken, als ob die Zeit ihre schrundigen Oberflächen korrodiert hätte. Die erfahrene Keramikerin schlägt und bricht den Ton, setzt Oxide, Sulfate und Salze ein.Sie legt Fährten zur Entschlüsselung ihrer Werke, die wegen ihrer archaischen Materialität und Wirkung und der aus Mythologie und Religion entliehenen Titel vermeintlich in die tiefe Vergangenheit führen, aber so aktuell sind wie eh und je. Geboren in Brüx, studierte sie an der freien Kunstschule Nürtingen und leitet heute eine eigene Werkstatt.

Die Objekte und Wandarbeiten aus zeitgenössischen Materialien und Techniken von Katharina Schwarz entstehen mehr durch Weglassen, als durch Hinzufügen. Eine feine Spur, nicht mehr als ein poetischer Hauch, verweist dennoch mit einigen Titeln auf unsere alltägliche und häufig überfordernde Lebenswelt. So zum Beispiel  „Ohne Titel (ich liebe meine Langeweile)“, „Ich wollte einfach glücklich sein“. Feiner Humor spricht auch aus „Buddhabrot“ und „Feigenbaum-Diagramm“, den suggestiven Darstellungen von mathematischen Formeln. Schwarz studierte Kunst, Bühnenbild und Mathematik in Stuttgart und assistierte der bekannten Konzeptkünstlerin Karin Sander bei ihrer Arbeit.

  Grußwort der Stadt: Georg Riehle          -  Angelika Brombacher, FrauenwochenEinführungsrede (bitte anklicken) - Florian Stegmaier  vor "Wo ist der Wind ..."    Schwarz: AusDerReihe + Spuler: Du und Ich, Erda (von li)  -  Influencerin (rechts)   Margot Spuler, "Alter Speicher" (vorn re) - Katharina Schwarz (links) im Gespräch Objekt darf nur von Schüttelbeauftragten/Aufsicht bewegt werden! 

  

Obwohl die Konzeptkunst mittlerweile über hundert Jahre alt ist, brach beim Betreten der Wendelinskapelle am Eröffnungssonntag bei manchem Kunstfreund eine Welt zusammen. Alles Wissen über die Kunst im klassischen Sinne, drohte sich angesichts der minimalistischen Werke der Stuttgarter Künstlerin Katharina Schwarz in Luft aufzulösen. Hier ein industriell hergestelltes Ready-made, dort gedruckte Plakate und Fotos, ein professionell gewebter Wandteppich: Schwarz lässt herstellen, von ihr stammen aber die Ideen.

Eine ihrer Maximen ist, ein Kunstwerk so weit von Ballast zu befreien, dass die Essenz der Aussage besonders deutlich wird. Großen Wert legt sie auf ausgewählte und hochwertige Materialien, auf die Darstellung der Schrift, auf die Qualität des Druckes. So wählt sie für „o.T. (nacht vor der küste blau)“ ein Velourpapier, welches die dargestellte Nacht über den logarithmisch gerasterten Meereswogen besonders samtig erscheinen lässt und verstärkt den Buchstaben „c“ des aufgedruckten Titels dergestalt, dass man sich an eine Mondsichel erinnert fühlt. Vielschichtig sind ihre Werke also, voller feinsinnigem Humor und sehr poetisch.

Die Plastiken von Margot Spuhler gegenüber auf der anderen Seite des Raumes zeigen: auch Arbeiten aus dem wohl ältesten aller künstlerischen Materialien gibt es im Jahr 2026 noch. Mit Ton stellt sie Figuren her, die urmenschliche und nach wie vor aktuelle Themen ausdrücken. Zusammengehörigkeit trotz Verschiedenheit in „Ich und du“ und „Ungleiches Paar“, Trauer und Demut in „Verlust“. Auch das Altern, die Vergänglichkeit oder der Neuanfang. 

Mit den Händen drückt und schiebt sie die Tonmassen im „meditativen Dialog mit einem Wesen, das noch nicht fertig ist“, wie sie selbst beschreibt. 

Besonderen Wert legt sie auf die handwerklich raffinierte Bearbeitung mit Oxiden, Sulfaten und Salzen. Verschiedenfarbige, meist aufgelöste, vom „Zahn der Zeit“ wie angefressen wirkende Oberflächen entstehen. Hin und wieder verwendet sie Fundstücke, auch sie muten wie ausgegrabene Schätze vergangener Kulturen an.

 

Gegensätzlicher waren die ausgestellten Positionen in der Wendelinskapelle wahrscheinlich noch nie, wie sowohl die 1.Vorsitzende des Kunstforums Silvia Tanczos-Lückge als auch der stellvertretende Bürgermeister Georg Riehle in ihren Begrüßungsreden amüsiert feststellten. Angelika Brombacher ging auf den Zusammenhang mit den Frauenwochen ein.

Der Kulturwissenschaftler Florian Stegmaier schaffte in seiner Einführung, die Gegensätzlichkeit  der beiden Künstlerinnen zusammen zu führen, indem er auf die Entstehungsbedingungen der Kunst einging. 

Aufhänger war eine kleine Arbeit von Katharina Schwarz mit dem Titel „Plastische Stunde“, worauf man ein Häuflein Asche erkennen kann, zusammengezogen wie ein schwarzes Loch. Eingeäscherte Arbeiten der Künstlerin nach einer Atelierauflösung, der Moment der Auflösung und zugleich eines Neubeginns. „Der Moment“, so Stegmaier, „in dem Dinge oder Zustände wandelbar werden“, „ein Zeitfenster, in dem formende Kräfte wirken, ohne dass ein Endzustand bereits absehbar wäre“. 

Hier äußerte der Redner sinngemäß die Hoffnung, dass die Gäste eben hier zwischen den Kunstwerken so eine „plastische Stunde“ zwischen Verunsicherung und Erkenntnis erleben, die sie öffnet für neue Erfahrungen, neue Ideen und Berührung im Inneren.

  Ein „Kunstgespräch“ mit Corinna Steimel, der Leiterin der Städtischen Galerie Böblingen, den Künstlerinnen und zahlreichen Besuchern bildete ein lebendiges Finissageereignis am 15. März.

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Eine Anmeldung zu unserer diesjährige Kunstfahrt am 18. April ist möglich, das Datum der Anmeldung entscheidet über die Teilnahme!

Wir fahren diesmal mit dem Bus zum „KAGE-Mikroversum“ auf  Schloss Weißenstein (Ostalb) und Kunstmuseum Heidenheim. Einzelheiten dazu sehen Sie auf der „Vorschau“ dieser Website oder Sie klicken hier auf Kunstfahrt-Info!

 


 

 

Für das Jahr 2027 können Bewerbungen bis ca. Juni 2026 bei H.-P. Schlotter (siehe Kontakte) abgegeben werden.