Kunst Forum Weil der Stadt

 

Die für 28.3. anvisierte Finissage wurde ausgesetzt, die Ausstellung wird coronabedingt auf unbestimmte Zeit verlängert! Sie hat zwar keine normalen Öffnungszeiten, ist aber rund um die Uhr von außen durch die Fenster zu beobachten – Beleuchtung Mo-Do 16-20, Fr-So 11-22 Uhr! Ein Betreten der Kapelle ist nach Voranmeldung über Tel. 529733 für Einzelbesucher durchaus möglich!

Tine Schumann

"Umbau", Bilder und Installationen

28.2.-28.3.2021

Tine Schumanns Ideen zur Ausstellung: Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die
 allgemeine Situation mit Corona.
 Es ist derzeit nicht absehbar, wie lange wir noch in dieser Situation sein werden und wie auch die Notwendigkeit zur Flexibilität ein fester Bestandteil unseres Lebens werden. 

„Ich als Künstlerin bin in eine Situation geworfen, bei der die Ausstellungsbedingungen auch für alle weiteren Beteiligten: das Kunstforum, den Redner und das Publikum nicht klar absehbar sind. So habe ich entschieden den Umbau zum Programm zu machen und auf die sich hoffentlich positiv verändernde Situation auch während der laufenden Ausstellung zu reagieren.“

Ein Blick von Außen war von der Künstlerin von anfang an geplant. Als provisorischer Anbau an der Kapelle wurden Treppen angebracht, so dass auch über die Fenster an Ost- und Südseite in die Kapelle Einsicht genommen werden kann. Der Innenraum der Kapelle ist Montag - Donnerstag 16 - 20 Uhr und Freitag - Sonntag 11 - 22 Uhr beleuchtet!

​Zusätzlich ist es unter Hygieneregeln möglich sich die Kapelle öffnen zu lassen. Voranmeldung bei Silvia Tanczos-Lueckge unter Tel. 07033 529733.

    Ausstellungseröffnung im Außenbereich       Einführungsrede HP Schlotter

    Grußworte des Bürgermeisters                   Fensterblick an der Süd- und Ostseite

   Blick von der Rampe durch das Ostfenster   ins Kapelleninnere     

Weitere aktuelle Informationen und ein Video zur Ausstellung finden sich unter https://www.tine-schumann.de/wendelinkapelle-weil-der-stadt

 

Die Atmosphäre in Tine Schumanns Bildern und Installationen ist konfliktreich und die Szenerie voller Unruhe: Polizisten, Demonstranten, Vögel, Hunde und Wölfe stehen sich gegenüber. Der Mensch ist Tier und verletzliches Wesen in einem fragilen System.

Allerdings sucht man in Schumanns sensiblen Zeichnungen vergeblich nach Darstellung offener Gewalt. Eine Bedrohung entsteht aber durch das Fehlen einer eindeutigen inhaltlichen Orientierung oder Geschichte.

Berichtet wird vom Leben in der Gesellschaft als permanenten Formungsprozess mit steter Veränderung und Verunsicherung. Szenen werden detailgenau beschrieben, zum Teil höchst impulsiv, mit großer Könnerschaft – man merkt der 1972 in Kirchheim geborenen Künstlerin ihr Studium der Malerei bei Sighard Gille an der HGB Leipzig an, das sie 2007 mit Diplom abschloss – Leipziger Schule!

Äußerst versiert zeigt sich Schumann darüberhinaus als Installationskünstlerin: eine seltsame Unruhe beschleicht einem beim Betreten des in allen Dimensionen bespielten Raumes, man sieht sich regelrecht beäugt, überwacht – nachdenklich in diesem erzählfreudigem Geschichtenraum.

  "Nur mit der Ruhe", Ausschnitt                      "fall", Ausschnitt

„Tine Schumanns Werke handeln vom drohenden Verlust des Gleichgewichts der Kräfte alles Lebendigen als Ursprung von Gewalt. Der öffentliche Raum wird täglich mehr und mehr zum Ort der Auseinandersetzungen zwischen gesellschaftlichen Interessengruppen und politischen Kräften. Eigene Erfahrungen und Beobachtungen verdichtet und verfremdet sie zu begehbaren Bildern... Ihre Kunst steht verbindend zwischen Geschehnis und Betrachter, der die Darstellung symbolisch überhöht nachempfinden kann, aber faktisch nicht nacherleben muss. Damit schafft sie...einen ‚Denkraum der Besonnenheit’, von dem Aby Warburg mit Bezug auf...die läuternde Funktion von Kunst sagte, in ihr verkörpere sich der gesamte ‚Leidschatz der Menschheit’.“ (Barbara Straka)