Kunst Forum Weil der Stadt

 

 

Das Kunstforum lädt herzlich ein am Sonntag, den 10. Juni um 11:00 Uhr zur Eröffnung der zweiten Ausstellung in diesem Jahr in der  Wendelinskapelle: „Schnitte und Tafeln“ heißt die Ausstellung von Martina Geist. Bis 8. Juli 2018 zeigt die Stuttgarter Künstlerin neben Holzschnitten und Holztafeln auch Objekte und einige großformatige Fahnen. Die Einführungsrede hält Dr. Heiderose Langer von der Kunststiftung Erich Hauser (Rottweil).

Martina Geist gehört fraglos zu jenen Künstlern, die ganz wesentlich zur Erneuerung des Holzschnitts in Deutschland beigetragen haben. Seit den späten 1980er Jahren hat sie ein Werk erarbeitet, das in seiner Kombination und Improvisation, im Zusammenklang von überdachter und spielerischer Setzung und in seiner Gleichzeitigkeit von Beobachtung und Einfühlung, strenger Reduktion und atmender Geistigkeit unverwechselbar und singulär ist.

Besonders ihre farbig gefassten Druckstöcke werden zu autonomen Holztafeln und sind dabei Ausdruck ihrer ganz eigenen Bildsprache.  In den ausgestellten Holztafeln selbst handelt es sich um eine subtile Verflechtung von Malerei, Zeichnung und Relief. Darin gründet ihre sinnliche Eigenständigkeit und Originalität. Martina Geist befasst sich in ihren Arbeiten mit dem Wechselspiel zwischen Fläche und Raum, das sie in abstrahierten Interieurs, Stillleben und ganz aktuell mit Elementen aus der Natur zum Ausdruck und in eine bewegte Ordnung bringt.

„Martina Geists Bildgegenstände haben nichts von proportionsgetreuer, illusionistischer Imitation der Wirklichkeit. Sie sind eine konsequente Abstrahierung, Reduzierung von erkennbaren Gegenständen: Früchten, Gläsern, Löffeln. Die Künstlerin entwickelt aus anschaulichen, bildhaften Formen ein zunächst leicht einsehbares Ordnungsgefüge, das seine Spannung aus der Wechselwirkung zwischen plastischen und räumlichen Formen sowie farblichen Flächen erzeugt. Sie antizipiert mit ihrer Seh-Erfahrung simultan mit der Wahrnehmung eines Moments im Hier und Jetzt  Elemente der Bewegung und erweitert den Raum um den Faktor Zeit.“ (Holle Nann in: Martina Geist, Zeitlupe, Freiburg 2014)