Kunst Forum Weil der Stadt

 

   Doppelporträt Melanchthon, Brenzkirche/ Karl Vollmer in der Wendelinskapelle

Neben seiner Ausstellung in der Kapelle zeigt Karl Vollmer in der Brenzkirche  eine Installation seiner „Porträts der Reformation“, allerdings nur am 3.12.,      dem Weihnachtsmarkt-Samstag, anlässlich des Adventskonzerts des Chors der Manufaktur – Beginn 16 Uhr – und noch 1 Stunde im Anschluss bis ca. 18 Uhr!

Die Ausstellung „Ganz oben und ganz unten“ in der Wendelinskapelle geht am    2. Advent, 4.12., zu Ende mit unserem besonderem Angebot, wie gewohnt zur Finissage: „Kunst im Gespräch“ um 16 Uhr. Karl Vollmer ist anwesend und liest eigene Texte. Die Kapelle ist bis dahin noch geöffnet Fr. 16-19, Sa. und So. 11-17 Uhr.

 

Karl Vollmer

"Ganz oben und tief unten"

13.11.-4.12.2022

„Ganz oben und ganz unten - das ist ein starker Titel für eine Ausstellung in einer ehemaligen Kapelle, die einst dem Schutzpatron der Hirten und Landleute und der religiösen Andacht geweiht war und heute ganz profan der Kunst als Forum dient.“ – so beginnt Anton Schneider seine Einführung zu Karl Vollmers Ausstellung. Er spricht dann von „Hoffnung“, die einen weiten Raum für Kunst und Kreativität öffnet: Kunst und Religion weisen also nicht nur an diesem Ort formale Parallelen auf. - Beide beruhen auf einem analogen „räumlichen Gleichnis“ - beiden geht es um Nähe und Distanz und beiden geht es um Vermittlung gegenüber dem Leben. Im spannenden Doppelverhältnis von Immanenz und Transzendenz gegenüber der Wirklichkeit wollen beide Hoffnung vermitteln. Karl Vollmer, aufgewachsen auf einem Bauernhof, ist ein Sucher und ein Grenzgänger in diesem Spannungsverhältnis von Höhen und Tiefen, von Diesseits und Jenseits, von Geist und Materie, der in seinem Kunstschaffen eine Bildsprache und Ausdrucksform gefunden hat, deren Metaphern aus vielfach organischen Formen, Linien und bewusst eingesetzter Farbe den Betrachter aus den Verflechtungen der Realität heraustreten lassen können - Heraustreten ins Offene, ins Eigene. So formulierte der einführende Redner, der dann im Gespräch mit dem Künstler verschiedene Aspekte erläuterte, wobei sich Karl Vollmer als lebendiger Vermittler seiner künstlerischen Arbeit zeigte. Zu sehen sind verschiedene Perspektiven, ältere und jüngere Arbeiten, kleine und große Formate. Flache, sich an den Boden schmiegende Holzobjekte wechseln mit hoch aufragenden plastischen Raumskizzen ab - Himmel und Hölle geradezu. Dann wieder pralle Lebenslust neben verbrannten Gehöften und trockenen Brunnen - in einigen Bildern erkennt man Inseln und Verweilpunkte - Sehnsuchtsorte - dann, endlich zur Ruhe gekommene, organische Gebilde, in anderen dynamisch wucherndes Werden und Wirken über den Rand hinaus, auch im Wechselspiel von Linienwerk und Farbe...

Vollmer versteht Kultur als Ganzheit, auch als ‚Weg der Seele zu sich selbst. Und deshalb hat er zu „ganz oben und ganz unten“ auch den Musikstil ausgewählt, der ganz exemplarisch das Lebensgefühl der Gegensätze beschreibt und fühlbar zum Ausdruck bringt. Er lässt sich vom Blues inspirieren, denn Blues bringt das Leben in seiner ganzen Breite, mit allen Hoffnungen, Wünschen, Sehnsüchten wie auch den vielen leidvollen Erfahrungen zum Ausdruck. - Beim intensiven Hören spürt man ganz besonders, dass sich das gelungene Ganze immer aus zwei gegensätzlichen Hälften zusammensetzt.

Vollmer hatte deshalb auch den „Slide“ Gitarristen Wolfgang Daiss eingeladen, der zwar, wie angekündigt, auch Blues spielte, es aber in seiner virtuosen Spielweise nicht dabei beließ. Dafür erntete er begeisterten Applaus der zahlreichen Vernissagegäste, darunter auch Clemens Ottnad, Vorstand des Künstlerbunds Baden-Württemberg – innerhalb dessen landesweiten Ausstellungsprojekt „Trüffelsuche“ 2022/2023 findet diese Ausstellung statt.

Zu Beginn hatte Silvia Tanczos-Lückge, die Vorsitzende des Kunstforums, begrüßt und die erste stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Sonja Nolte die Grüße der Stadtverwaltung überbracht, wobei sie in geschichtskundiger Weise auf den Ausstellungsort, die Wendelinskapelle, einging.

Finissage ist 4.12.22 um 16.00 Uhr in der Wendelinskapelle Weil der Stadt mit einem Kunstgespräch. Karl Vollmer wird anwesend sein und eigene Texte lesen.

 Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitag 16-19, Sa und So 11-17 Uhr, freier Eintritt.

    "Hornkrone" dominierend im Mittelpunkt      Wolfgang Daiss auf der „Slide“ Gitarre

    Grußworte der Stadt, Dr. Sonja Nolte - Anton Schneider im Dialog mit dem Künstler

Das Vernissagepublikum lauscht Klängen, die Wolfgang Daiss der Slide-Guitar entlockt