Kunst Forum Weil der Stadt

 

2024 feiern wir 30 Jahre Kunstforum - aber wie! Wir stellen uns breiter Öffentlichkeit mit einer großen Installation von Johannes Pfeiffer!                 CHRISTO machte neugierig durch Verpackungsaktionen (Berliner Reichstag 1995), Pfeiffers Arbeit dagegen ist offensichtlich: rohe und behauene schwere Sandsteine liegen übereinander gestapelt auf dem Boden, feine weiße Schnüre werden von ihnen aus gebündelt hochgespannt zum südlichen Seitenschiff der Kirche. Das sieht jeder, vielleicht auch den herausgemeiselten Namen KEPLER. Und manche nehmen noch mehr wahr als diese konkreten Dinge, vielleicht erst auf dem zweiten oder weiteren Blick. Auf den ersten bewirkt die Störung des Gewohnten zumindest, dass man auf das Gestörte neu aufmerksam wird! Großartige Architektur, unsere Stadtpfarrkirche! Und kein Löchlein wurde ihr angetan, nur ein bereits vorhandenes verklebt, und das wird rückstandslos im Oktober wieder beseitigt! Dies war bei allen Projekten Pfeiffers so, ob in Ulm, Berlin, vielerorts in Italien, sogar Chile...

   Pfeiffer mit Klebepistole in 8 Meter Höhe      Begrüßung Pfarrer Gruber Pfingstsamstag

  Schnurspannung wird hergestellt                     und vom Künstler erklärt    

Transitorische Antipoden- scheinbare Gegensätze

Johannes Pfeiffer sucht sich immer Orte, die sein Gespür für Ortsgeschichte elektrisieren. Erwartungsvoll wurde er als Installationskünstler nach Weil der Stadt eingeladen und hat hier zwei besondere Orte gewählt. An der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul entwickelt er mit Seilen in Art einer Triangulation (Dreiecksbemessung) eine neue Raumsituation. Energien werden lokalisiert, konzentriert,  ausgerichtet, Spannungsverhältnisse zwischen Kultur und Natur, sakral und profan, oben und unten sichtbar gemacht.

„Nicht zufällig besteht nicht nur ein klanglicher, sondern ein konstitutiver Zusammenhang zwischen der Triangulation und dem Triangel, in dem sich über die Leere hinweg eine Schwingung ausbreitet, die den Raum erfüllt, in ihm verschwebt, verebbt oder strandet" (Dr. Karin Stempel). Die Kunsthistorikerin wird am Jubiläumssonntag 14. Juli auf einem Rundgang die Arbeiten Pfeiffers erläutern.

„Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.“ Die Installationen Johannes Pfeiffers sollen und können ja vielerlei Gedanken bewegen - dieses Zitat Johannes Keplers darf einem einfallen, wenn man den Schriftzug Keplers auf einem der gewaltigen Steine jetzt auf dem Vorplatz der Stadtkirche erblickt. Welche Gedanken und Assoziationen die Installation im Seilerturm an der Würm bewegen und erregen wird, kann man erst zu Pfeiffers Ausstellung "Blindskizzen" am 23. Juni in der Wendelinskapelle und beim Rundgang am Jubiläumssonntag am 14. Juli erfahren. Ein Wagenrad wurde mit vielen Helfern bereits aufgebaut, der Künstler (Foto) freut sich erleichtert - www.pfeiffer-arte.com.

Inzwischen berichten große Informationsbanner mit QR-Code an allen 'Pfeiffer-Spielorten' staunenden Weiler Bürgern über die jeweilige Arbeit des Künstlers, den das Kunstforum ja ins Zentrum seines 30-jährigen Vereinsjubiläums gestellt hat und mit dem es zu diesem Anlaß die Kunst zu den Bürgern bringen möchte.

Der 3. 'Spielort' ist die Wendelinskapelle in der Herrenbergerstrasse 17. Dort präsentiert sich der Künstler vom 23.6. - 21.7. in seiner Ausstellung „Blindskizzen“ mit Zeichnungen, Holzdrucken und Buchobjekten. „Blindskizzen“ meint das Zeichnen mit geschlossenen Augen. Pfeiffer versucht zum Augenblick der Entstehung vorzudringen, mit geschlossenen Augen werden Arm und Hand zum Seismografen. Eine Einführung in seine Arbeiten hält der Künstler selbst zur Vernissage am 23.6. um 11 Uhr in der Wendelinskapelle!