Kunst Forum Weil der Stadt

 

Unsere Architektur-Exkursion zur Innovationsmeile auf dem Unigelände Vaihingen findet statt am Dienstag 5.7.2022! Busabfahrt 14 Uhr an der Wendelinskapelle Weil der Stadt, Herrenbergerstrasse 17, Rückkunft gegen 20 Uhr.

Geplant sind Führungen im denkmalgeschützten ILEK-Zelt von Frei Otto (im Hintergrund tatsächlich noch erkennbar) und dem adaptiven Demonstrator-Turm (Mitte) der nachfolgenden Institutsleiter Sobek und Blandini. Bei beiden Bauwerken geht es um Leichtbau, auch das Thema Nachhaltigkeit, um Forschungen zum Prinzip des Minimalen und experimentelle Formfindungsmethoden.

Die Reihenfolge der Anmeldung (an kunstraum.john@web.de) entscheidet über die Teilnahme. Bitte Kosten für Bus und Führung 27 € (Mitglieder 24 €)  bis Ende Mai überweisen an Maria Latt, Konto KSK DE28 6035 0130 0004 1329 12.

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Rolf Bier, "Only Stars Dream of Framing", Ein Ensemble für die Wendelinskapelle

Rolf Bier, profilierter Vertreter der zeitgenössischen Kunst und Professor an der Stuttgarter Akademie der bildenden Künste, stellt unter diesem Titel (auch Titel des Einladungsbildes) in der Wendelinskapelle aus.

H.P. Schlotter, Weil der Städter Künstler und Kunstforum-Beirat, führte in einem Gespräch mit Rolf Bier in die Ausstellung ein. Ausgehend von der Feststellung, dass Bier die auf Einladung und Plakat abgebildete Arbeit nicht in der Ausstellung zeigt, führte er das Gespräch auf den Untertitel “ein Ensemble für die Wendelinskapelle“ und damit die Tatsache, dass der Künstler seine „Einrichtung“ aus verschiedenen Elementen seines künstlerischen Werks für die Weil der Städter Wendelinskapelle vorgenommen hat. Das Eingehen auf den vorgegebenen Raum, das „Bespielen“ der Kapelle, die der Künstler nach eigener Aussage wunderbar findet, führt bei Rolf Bier zu Objekten ,wie die „Housing“ genannten Steinsetzungen aus lackierten Findlingen und industriell gefertigten Steinen, wo Natürliches in Form und Material sich mit Konstruktivem verbindet.

Bei Stelen wie „Brancusis Nuß“ ist durchaus Vorwissen hilfreich, so zum Beispiel  die Bekanntschaft mit Constantin Brancusis Kompositionen und stelenartigen Präsentationsformen. Bier spielt auf den berühmten Wegbereiter der künstlerischen Moderne in manchen Aspekten an, kontrastiert aber unterschiedliche und gegensätzliche Materialien und Formen in ganz eigener Weise. Formbewusstsein heißt bei ihm, wie er selbst sagt, unter anderem eben genau nicht zu wissen „wie`s läuft“. Er findet so seine unter Umständen normabweichende künstlerische Form, die vom Betrachter eine wachsame Wahrnehmung verlangt und keine vorgefertigten ästhetischen Erwartungen bedient. Das macht Biers Exponate, unter denen sich auch ein gemaltes Bild befindet, für den unvorbereiteten Betrachter durchaus zum Teil schwierig, und das, obwohl wie bei „The Double Dying of John Lennon“ von 2022, bekannte Vorlagen wie John Lennon am Flügel im Tonstudio benutzt werden oder auch bei der Präsentation von komplementärfarbigen Textilflächen ästhetische Erwartungen bedient werden.

Das „Framing“, den Rahmen für die Rauminstallation Biers, bildet die Kapelle in ihrem künstlerischen Zusammenhang. Dazu gehört im weitesten Sinn auch Weil der Stadt als Keplerstadt, wo Biers Titel „Only stars dream of framing“ kosmische Bezüge möglich macht.

"Housing" - Raummarkierungen, Begrüßung Marko Burkhard l. hinter "Brancusis Nuss Einführungsgespräch H.P. Schlotter (vor "Coyote", 2010/2022) mit dem Künstler "Wächter" vor jungen Kunststudenten, ehemalige vor "Farben einer anderen Moderne" "Paulo berührt die Welt" innen (als 'Eingangstür' zur Ausstellungsthematik) und außen