Kunst Forum Weil der Stadt

 

 

Sabine Beyerle

"Musterhaus"

20. 11. - 11. 12. 2011

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„Verschiedene Empfindungen vor einem Bild von Sabine Beyerle, „worauf kein Kapuziner""  betitelte Wolfgang Schütz seine 'Musterhaus'-Rede und spielte dabei auf einen ähnlich lautenden Aufsatz Heinrich von Kleists in den Berliner Abendblätter vom 13. 10. 1810 an, wo dieser vor Caspar David Friedrichs Gemälde 'Mönch am Meer' von eben einem Kapuziner sprach. Und hier nun nirgendwo ein Mensch! „Ich brauche die Menschen nicht, ich zeichne die Spuren ihrer Existenz nach" ließ Schütz Sabine sprechen „Ornamente, geometrische Muster, sagt Sabine, sind wichtige Elemente in meinen Bildern. Offenbar reizt sie am Ornament dessen formale Strenge oder die suggestive Wirkung seiner Wiederholungen. Aber wohl noch mehr die Lust am Zerbrechen und Transformieren dieser Ordnungsträger. Die Transformationen der groß angelegten Gemälde werden am Rechner entworfen. Im komplexen Prozess des Schichtens wechselnder Perspektiven treten überraschende Strukturen und Kompositionen zutage. Die digitalen Zauberstäbe machen das Spiel mit der Form noch reizvoller. Was sie aber auch an den Ornamenten zu faszinieren scheint, ist deren globale Vernetzung: „Ich habe in Brasilien dieselben Muster wie in Lissabon gefunden", sagt sie. "... Nicht zufällig hat Sabine Beyerle dieser Ausstellung den doppeldeutigen Namen 'Musterhaus' verpasst, inspiriert vom 'Musterhaus' der Hufeisensiedlung in Berlin-Britz, einem Teil des Weltkulturerbes 'Siedlungen der Berliner Moderne', in die sie jüngst mit ihrer Familie eingezogen ist." (Wolfgang Schütz) 

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Sabine Beyerle beschreibt in ihren Arbeiten Szenerien, die ihr auf Reisen begegnen, Momente einer spezifischen Stimmung, die sie im Bild festhält.

Indem sie die realistische Darstellung mit malerischen Erfindungen, wie zum Beispiel Schüttungen, Strukturen und Auflösungen, verbindet, erweitert sie das real Sichtbare um den Aspekt der Stimmung und Atmosphäre.

Den dargestellten Raum verfremdet Sabine Beyerle durch ungewohnte Perspektiven und überführt ihn so in einen Zustand zwischen subjektiver Wahrnehmung und Wirklichkeit.

Die in Weil der Stadt aufgewachsene Künstlerin hat an der Berliner UdK Bildende Kunst studiert und lebt und arbeitet in Berlin.

 


 

 

"Blumen für Böhmer"

25. 9. - 16. 10. 2011 

 

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Eröffnung der Ausstellung

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Begrüßung: Helmut John und H.P. Schlotter, Kunstforum Weil der Stadt  

Grußwort Staatliche  Akademie der Künste Stuttgart  

 

Musik: Quartetto Meginheim, Cleebronn-Magenheim   

     Hans-Günter Rückauer Violine   

     Theophil Stetter               Violine   

     Manfred Deppe                Viola   

     Renate von Lamezan     Violoncello  

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Einführung: Irene Ferchl, Publizistin, Stuttgart  

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Erinnerungen und Fachgespräche der Künstler aus aller Herren Länder, versammelt in Weil!

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„Meine Verbundenheit mit Hermann Hesse - keine Wahl, sondern Schicksal" wird Gunter Böhmer, der im Fischer-Verlag verewigte Illustrator Hesses (und vieler anderer Werke der Weltliteratur) in „Gunter Böhmer beim Wort genommen", zitiert. Das bibliophile Buch ist 2011 zum 100. Geburtstag des großen Zeichners im Warmbronner Verlag Ulrich Keicher erschienen und konnte in der Ausstellung „Blumen für Böhmer" in der Wendelinskapelle eingesehen werden. Die dort eng gehängten Arbeiten von über 50 Künstlern, ehemaligen Studenten des Akademieprofessors, bildeten eine Art Hommage an Gunter Böhmer. Ausgewählte Texte von ihm aus diesem Buch trug Johannes Wördemann, Sprecher beim SWR, am Finissage-Sonntag vor. Einer kunstphilosophisch/-pädagogisch interessanten Würdigung des langjährigen Schülers Volker Sammet folgten humorvolle Berichte aus „In Hesses Nähe", die Hermann Hesse aus ungewöhnlich privaten Perspektiven charakterisieren und, kaum bekannt, die interessierten Zuhörer überraschte!

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RENATE HOFFLEIT

"Licht-Stein-Wasser-Klang" im Steinhaus Weil der Stadt-Merklingen

26. 6. 2011

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Die Künstlerin war fasziniert von der Schönheit des Gemäuers, zögerte das Steinhaus mit ihren Skulpturen zu füllen. Der Baukörper ist ja selbst schon Skulptur. Hoffleit suchte eine  Balance zwischen Kunst und Architektur, bestückte nur einige Fensternischen mit ihren Arbeiten, benutzte sie als kleine intime  Kunstkabinette, den übrigen Raum ließ sie frei. Die Größenverhältnisse sind extrem, der riesige Sandsteinbau, die eher kleinen Marmorskulpturen – die exakten geometrischen Gebilde, die auf besondere Weise Sonnenlicht binden, behaupten sich als starke Partner. Ein eigentümlicher Kontrast, ein wunderbares Zusammenspiel, ein Klang!

Zur Vernissage erweitert durch ein „Capriccio“ (Paganini, 1828) und das „Souvenir de Paganini“ (Michael Bach, 2004), gespielt auf einem Cello mit historischem Rundbogen vom Komponisten selbst. Michael Bach und Renate Hoffleit kooperierten in Klanginstallationen und Performances in Israel, Japan, Irland, Frankreich, 1994 bei den Donaueschinger Musiktagen und 2001 auf der Musikbiennale Berlin.

Licht und Stein war das Thema der beiden Obergeschosse, Wasser und Klang im Erd- und Untergeschoss. Im Gewölbekeller erinnerte die Künstlerin mit ihren "Seefelder Vertonungen", einer Video-Klang-Installation, an den Wassergraben der ehemaligen Kirchenburg und an die "Ursprung-Quelle" dort.

„Den Lauschangriff auf einen zugewachsenen und bemoosten Brunnen in Seefeld südlich von München, eine Art Naturskulptur, ergänzte sie vor Ort mit einer ausgeklügelten Technik, bei der die Wassergeräusche durch unterschiedliche, mit Mikrofonen ausgestattete Röhren in Töne verwandelt werden. Das Doppelerlebnis aus Visualisierung (Brunnen-Video) und akustischer Mixtur (Tropf- und Rieselgeräusche in der Überlagerung mit unterschiedlichen Tönen), es führt auf beinahe magische Weise zurück zur Quelle und dann auch wieder hinauf ins Erdgeschoss zu den vier Wasserbildern, die jeweils aus 144 Videostills bestehen. Renate Hoffleit hat unterschiedliche und aufwendige künstlerische Konzepte. Das Steinhaus ist der congeniale Ort für eine derart entschleunigte Kunst.“ (Sylvia Hüggelmeier in der Stuttgarter Zeitung vom 29.6.2011)

Wasser ist für die Künstlerin ebenso wie Stein plastisches Material: in Bewegung geraten bildet es Zungen, Täler, Gebirgskronen, konkave und konvexe Formgebilde... auf den Fahnen im düsteren Erdgeschoss wurde dies exemplarisch mit den gereihten Videostills dokumentiert. Scheibchenweise wie vom Computertomographen geschnitten zeigten 4x144 Momentaufnahmen reliefartig quellende Wasser. Die Verwandtschaft zu den Marmorierungen der lichtdurchfluteten Steinskulpturen in den Obergeschossen war evident. Durch die geometrischen Steinzuschnitte wurden dort  Steinsedimentierungen im Zeitraffer über Jahrmillionen hinweg sichtbar.

Zu den Elementen Wass er und Stein/Erde gesellten sich noch Luft und Feuer. Letzteres in Form von Bronzetafeln an den hölzernen Pfeilern (glühend-flüssige Bronze wurde in fingerbearbeitete Negativformen gegossen) und dem bronzenem „Lichtspeier" in der Fensternische am oberen Treppenende. Und Luft in Form von Klang der „Seefelder Vertonungen" im Kellergewölbe.

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Elly Weiblen und Rolf Bodenseh

Bilder + Skulpturen, abstrakt

15. 5. - 5. 6. 2011

Einladungskarte Weiblen-Bodenseh

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Den abstrakten Arbeiten beider Künstler näherte sich zur Eröffnung in der Wendelinskapelle Clemens Ottnad vom Kunstverein Reutlingen: "... ideale Orte, Ideenorte - manche mögen sie Kopfparadiese nennen - versuchen die Eitemperamalereien von Elly Weiblen und die Steinskulpturen von Rolf Bodenseh zu erschaffen... .

Warme Gelb-, Ocker-, Erdetöne wachsen in den Temperabildern amorph-organisch mit mehrfach gebrochenen Weiss-Segmenten und sorgsam gesetzten vereinzelten Einsprengseln hellen Blaus oder mit Rosa zusammen. ...Unmittelbar empfangene Eindrücke wild ursprünglichen Naturerlebens kultiviert Elly Weiblen in diesen Farbordnungen und Lichtgärten kompositorisch-planerisch, ohne dass der sie Betrachtende die kontrolliert ordnende Hand als solche spürt. Mit dem bewussten Verzicht etwa auf irgendwie botanische Details ... wird deutlich, dass es sich hier keineswegs um die Imitation oder gar ein Surrogat von Natur und Landschaft handelt. Gleichsam ausschnitthafte Momentaufnahmen eines verinnerlichten Farbensehens stehen die Arbeiten der Künstlerin vielmehr ganz selbstverständlich in jahrhundertelangen Bildtraditionen auch der Stillebenmalerei, die die allgemeine Flüchtigkeit natürlicher Erscheinungen in stete Analogien mit denen menschlicher Existenz versetz(t)en.

Assoziationen archaischer Grundformen, historisch überlieferter Bildarchitekturen und von genannten idealen Orten stellen sich unweigerlich vor den Skulpturen von Rolf Bodenseh ein. Steine unterschiedlicher Herkunft - Diabas, Labrador, Impala - sorgen hierbei für wechselnde Farbigkeit en der Oberflächen, und ihre darin eingeschlossenen mineralen Einsprenglinge schimmern im Sonnenlicht so, als ob sie dem Betrachter noch die Details von Ges chichte und Gesch ichtlichkeit leis' mysteriös zuraunen wollten... Aus mehrteiligen Architrav-Segmenten, kantigen Triangulären oder aber massiven Lehnstuhlkörpern sind so Raum- und Material-Studien für Arenen, Tempel und andere Kultstätten geschaffen, deren - möglicherweise doch menschenungemäße - Monumentalität Rolf Bodenseh damit konterkariert, dass er potentielle Angstarchitekturen mobil zerlegbar gestaltet.

 


 

Tillmann Damrau, Peter Hermann

Bilder und Skulpturen

20. 3. bis 10. 4. 2011

Einladungskarte als PDF

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„Wir befinden uns hier in einer Kapelle, also einem (ehemaligen) christlichen Gotteshaus - ein thematisch überaus glücklicher Ort für die Ausstellung, denn auch im hier gezeigten Werk der beiden zeitgenössischen Künstler Tillmann Damrau und Peter Hermann zeigen sich Bezüge zum langen Einfluss und der Tradition der Sakralkunst auf die europäische Kunstgeschichte - wenn auch auf ganz verschiedene Weise. Beide bedienen sich bei ihren Werken tradierter sakraler Vorlagen: Bei Tillmann Damrau finden wir verschiedene Variatio nen eines modernen Tryptichons, und Peter Hermanns zwölf Figuren aus Lindenholz sind sogar eigens für die Ausstellung in dieser ‚Kirche' entstanden. Sie beruhen auf dem Vorbild mittelalterlicher Heiligenfiguren, wie wir sie aus verschiedenen Kirchenprogrammen und Portalen kennen." - Mit diesen Worten begann Jenny Sturm ihre Ausführunge n an der Vernissage in der Wendelinskapelle am 20. 3. - es war ein  richtig frühlingshafter Sonntag, und die Vernissagegäste, die sich nicht von der Sonne verführen ließen, konnten sich an den „12 Apostelinnen", vor allem im Bikini „eher irdisch als himmlisch" anmutend, irdisch oder himmlisch erfreuen.

Und zu Tillman Damrau bemerkte die Kunsthistorikerin: "Was ist das besondere an Tryptichen? Warum malt ein Künstler zwei oder drei Bilder in einem? Mehrere Situationen, die zeitlich oder örtlich versetzt stattfinden, können in einem Bild dargestellt werden. Das kommt uns heute vom erzählerischen Standpunkt her vielleicht langsam vor, aber für den Betrachter im Mittelalter ergab sich ein hoher Unterhaltswert, da seine Umwelt ja im Vergleich zu unserer heutigen Bilderflut durch Medien und Werbung beinahe als bilderleer bezeichnet werden muss. Drei Bilder auf einmal waren da schon ein echter visueller Kick; und wenn wir uns Damraus Gemälde ansehen, wird das verständlich. Genau wie die Tafeln der alten Altarbilder erzählen auch diese Bilder in bunten Farben auf weißer Leinwand etwas, was sich uns nicht auf den ersten Blick erschließt, wenn wir die Symbole nicht lesen können."

 


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