Kunst Forum Weil der Stadt

 

Horst Peter Schlotter

Tage des offenen Ateliers

27. und 28. 6. 2020

"Weil Retrospektiv"-Ausstellung im Steinhaus entfällt, der Künstler bot eine Alternative:

   "Liebe Kunstfreunde,
...Die gegenwärtige Situation mit verschiedenen Einschränkungen lässt einerseits keine sichere Planung zu und bei der Vorstellung einer durch Vorsorgemaßnahmen wie Masken, Abstand und Besuchervorschriften geprägten Ausstellungsplanung wollte sich bei mir keine Freude einstellen. Deshalb bin ich froh, dass das Kunstforum mir die Möglichkeit gibt, die Ausstellung um ein Jahr zu verschieben. Anstelle der Vernissage am 28. Juni biete ich Interessierten einen Tag der offenen Tür bei mir in Garten, Haus und Atelier an..."

Der Künstler konnte zufrieden sein, die vielen Besucher zumindest waren von Exponaten und Ambiente höchst angetan.

   

 


Anja Luithle

„Tafelrunde“

8.3.- 5.4.2020

Unsere 1. Ausstellung in diesem Jahr ist zugleich ein Beitrag zu den Weil der Städter Frauenwochen. Silvia Tanczos-Lückge, 2. Vorsitzende des Kunstforums, begrüßte deswegen nach der Künstlerin und Dr. Sonja Nolte, 1. Stellvertreterin des Bürgermeisters, die das Grußwort der Stadt engagiert-fröhlich überbrachte, auch Angelika Brombacher von der VHS und Sprecherin der Frauenwochen sowie Sabine Kurtz, als MdL Ausschussmitglied u.a. für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuständig, sehr herzlich. Gespannt blickte die sonntägliche Besucherschar allerdings auf einen Mann, von dem sie sich eine interessante Einführung in eine tatsächlich ‚verrückte’ Welt der Tafelrunde versprach, Dr. Heribert Sautter.

   "Hammering Woman" vor der Kapelle              Begrüssung Silvia Tanczos-Lückge

  Grusswort der Stadt: Dr. Sonja Nolte              Einführung Dr. Heribert Sautter

  Linoldrucke Wölfe-Schafe hinter "Tafelrunde"     Umarmte Künstlerin

„In der Mitte des Raumes stehen zwei Tische. Darauf befindet sich jeweils ein Service in Bewegung. ...Auf Dekoration wird vollständig verzichtet. Die Tassen bewegen sich nach einer unsichtbaren Choreografie wie von Geisterhand über den Tisch. ...Man hört das Klappern der Gedecke, fast meint man das Gemurmel der unsichtbaren Gäste zu hören. ... Die bewegten Tassen bilden die wechselnden Gesprächskonstellationen ab. Die Tafel ist der Kristallisationspunkt, der Anlass für Gespräche ... Man lädt Leute ein und präsentiert sich. Ganz wichtig dabei: Nicht jeder ist eingeladen, und es geht nicht nur nett zu, hier werden auch Menschen geschlachtet: Immer wieder kollidieren einzelne Tassen miteinander und drohen abzustürzen. Also wie im richtigen Leben.“ (aus der Einführungsrede von Dr. Heribert Sautter)

Verzicht auf zu engen Personenkontakt (im Foto rechts unten die bedrängte Künstlerin) in Coronazeiten empfehlenswert!

 Leonberger Kreiszeitung vom 10.3.2020:

 

    Bis auf Weiteres  geschlossen“ steht an der Wendelinskapelle 2 Wochen vor dem geplanten Ausstellungsende! Einzelne Ausstellungsbesuche waren allerdings weiterhin nach tel. Voranmeldung und unter besonderen Corona-Schutzmaßnahmen möglich, darunter eine Besuchsanfrage für den 30.3. vom SWR-Fernsehen! Das „Kunscht“-Magazin war an den sogenannten „Wertpapieren“ der Künstlerin interessiert: Readymades unterschiedlichster Klopapiere aus aller Welt, beschriftet, mit Prägedruck und Luithle-Signatur, bereits 2011 kreiert, nun allerdings höchst aktuell!

    Diese fanden die Fernsehleute in ihrem Atelier in Wendlingen (Bildschirmfoto links), filmten aber auch noch einen kurzen Beitrag der „Tafelrunde“ in Weil der Stadt – ausgestrahlt im SWR am 2.4. und in 'Aktuell' am 5.4., später auch noch auf 3-Sat und im HR-Fernsehen. Der 4-Minuten-Film ist zu finden und für 1 Jahr gespeichert in der SWR-Mediathek/klopapier-und-kunst-anja-luithle-veredelt-toilettenpapier-zu-wertpapieren !!!

Inzwischen durften Kulturveranstaltungen unter bestimmten Auflagen wieder stattfinden, die „Tafelrunde“, noch nicht abgebaut, wurde mit Sonderöffnungszeiten sonntags nun zusätzlich mit „Wertpapieren“ präsentiert, diese mit Schmunzeln betrachtet – Kunst mit Humor! „Die Frage nach den Inhalten der Kunst wird sehr grundsätzlich in den Wertpapieren aufgeworfen, handelt es sich dabei doch um von der Künstlerin per Handdruckverfahren zu solchen veredelten Toilettenpapierstreifen. Diese erfahren durch den Aufdruck Wertpapier eine Aufwertung unbekannten Ausmaßes. Hier wird das Denken gefordert und die Ironiefähigkeit des Betrachters einem Lackmustest unterzogen. Die evidente Zweckmäßigkeit wird aufgeladen mit einem Versprechen, über dessen ideelle Wertsteigerung sich nur spekulieren lässt.“ (Michael Gompf im Katalog „Flüchtige Anwesenheiten“ von 2012).

Am 5.7. endete die längste Ausstellung der Vereinsgeschichte schließlich doch mit einer improvisierten Finissage und dem parteilosen Bürgermeisterkandidaten Christian Walter, der kurzfristig den letzten Tag der „Tafelrunde“ zu einem gemeinsamen Frage- und Antwortspiel zum Thema „Politik und Kunst, Kunst und Politik“ nutzte.