Kunst Forum Weil der Stadt

 

 

Klasse Andrea Zaumseil der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein

"Fliegen lernen"

17.11. - 8.12. 2013

  

  

  

Es gab schlimmste Befürchtungen vor dieser Vernissage „Fliegen lernen“ mit 16 Studenten der Kunsthochschule Halle um die Professorin Andrea Zaumseil. Und es wurde eine aufregende Begegnung mit lebhafter Diskussion, voller Widersprüche: Wie kam das Schrottchaos in der Wendelinskapelle zustande? Hing da nun ursprünglich ein Riesenmobile im Luftraum unter dem Dach, kam es zum Absturz, gewollt oder aus Versehen, wurden die Schrottteile nicht doch mit gestalterischen Gespür auf die weiße Fläche am Boden arrangiert...? Die künstlerische Absicht, das Entstehen der in der Wendelinskapelle präsentierten Bodeninstallation aus Objekten und Plastiken geheim zu halten bzw. mystifizierend zu verschleiern und so Wahrheit und Lüge ästhetischer Sachverhalte zu thematisieren, stieß auf eine lebhafte Resonanz und erfreuliche Diskussionsbereitschaft der Besucher.

http://www.kunstforum-weilderstadt.de/pdfs/andra-zaumseil-eroeffnungsrede.pdf

 

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HUMANOIDE STREETART WORKSHOP

Philip Marcel

3 Projekttage vom 25.-27.9.2013 in den Räumen des Johannes-Kepler-Gymnasiums und Ausstellung in der Kreissparkasse vom 28.11.-10.12.2013

Plakat:   http://www.kunstforum-weilderstadt.de/pdfs/HUM PLAKAT JKG A4_pm Sept13 copy.pdf

Dokumentation:    http://www.kunstforum-weilderstadt.de/pdfs/Doku A4 neu Workshop Streetart JKG pm-2.pdf

  

  

  

Die Einladung zur Vernissage am 28. 11. in der Kreissparkasse Böblingen in Weil der Stadt ging an die Schüler- und Elternschaft des JKG und an alle, die an gesellschaftskritischen Gedanken der Jugend Interesse haben.

Begrüßung und Einführung: Angelika Gottsmann, Kreissparkasse, Helmut John, Kunstforum, und Eva Zündorf, JKG         

Musik: Nikita Ignatiev, Gitarre und Gesang

 

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Nikolaus Cinetto - Thomas Schuster

Holzdrucke - Skulpturen

22.09. - 13.10. 2013

Thomas Schuster, Jahrgang 1964, studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart und ist heute dort als künstlerischer Mitarbeiter im Fachbereich Architektur tätig. Seine Gipsplastiken lassen ein Wechselspiel konkav-konvexer Schwingungen entstehen, das Körperhaftes und Zwischenformen gleichermaßen spürbar werden lässt. Das Konkave, vermeintlich Innere, wendet sich nach außen, das Konvexe, vermeintlich Äußere, nach innen. Die Verdrehung der gewohnten räumlichen Gegebenheiten verleiht den Arbeiten nicht selten etwas Absurd-Komisches.

Nikolaus Cinetto, Jahrgang 1967, ist ebenfalls Absolvent der Kunstakademie Stuttgart. Er zeigt großformatige Holzdrucke, die aus einem stetig wachsenden Arsenal ausgesägter Druckstöcke entstehen. Beim Druck auf transparente Papiere und Folien erfahren diese unablässige Veränderung, Erweiterung und Neukombination und regen einen vielfältigen, lebendigen Arbeitsprozess an. Es entstehen Bilder, die zwischen kompositorischem Kalkül und spielerischer Leichtigkeit angesiedelt sind. Sie sind undefiniert gegenstandslos oder gehen auch ganz unmittelbar auf organische Motive zurück. In beinahe zeichenhafter Reduktion kreisen die Arbeiten um Wachstum, Organisches und Florales, das emotionale Zustände beschwört zwischen Anmut und Bedrohung, zwischen Beobachtung und Traum.

„Die Ausstellung von Grafiken + Skulpturen von Nicolaus Cinetto Thomas Schuster hat bei aller Verschiedenheit doch einen gemeinsamen Nenner, nämlich den der Konzentration auf Form und Formdynamik. ... Mit seinen monumentalen Holzschnitten führt uns Nicolaus Cinetto in eine surreal anmutende Parallelwelt organischer Kunstformen. Bewegungseindruck erzielt er durch die Anlage von Symmetrien und Teilsymmetrien und bewusst gesetzten Brüchen in Größenhierarchien - eine Bilddynamik, die magisches Ziehen und Zerren der Bildteile untereinander erzeugt. Doch werden diese Formkonflikte in klassischer Ponderation im Gleichgewicht ausgeglichen. Dies unterscheidet ihn deutlich von der Arbeitsweise von Thomas Schuster, der dominante Symmetrien für die meditative Ruhe seiner Objekte einsetzt.“

„Die Plastik ist eine räumliche Kunstdisziplin. Nun können wir den Raum an sich ja leider nicht wahrnehmen. Was wir sehen ist das Licht, das die Oberflächenwerte von Massequalitäten reflektieren, die Auge und Gehirn zu gestalthaften Bildern von den Dingen verwandeln. Kontraste bilden Kanten und geschlossener Kantenverlauf wird als Figur gelesen, die räumlich vor einen dahinter verlaufenden Grund tritt. Edgar Rubin, der Autor der “Vasen versus Köpfen“ ... hat eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten erforscht, denen unsere visuelle Wahrnehmung folgt. Dazu gehören die Dominanz des Konvexen über das Konkave und das Gesetz der Innenkrümmung von Kanten: jede Art von Krümmung signalisiert innen und außen.“ Siegfried Albrecht bezog sich in seiner Einführungsrede hier auf die Skulpturen von Thomas Schuster und beruft sich dabei auf Semir Zeki. Der Neurobiologe erforscht schwerpunktmäßig die visuelle Wahrnehmung durch das Gehirn, die Grundlagen für Kunst und Ästhetik. http://www.kunstforum-weilderstadt.de/pdfs/13-09-22-Albrecht-Rede-Cinetto_Schuster.pdf

    

    

 

 


Peter Lenk

Kunstforum-Exkursion zu "Lenk-malen" am Bodensee

7.7.2013

1992 hatte der Münklinger Kultur- und Heimatverein in der Weil der Städter Teilgemeinde vor dem Rathaus den "Schläfer", eine etwa lebensgroße Tonfigur von Peter Lenk ausgestellt, inzwischen sind die Arbeiten des nicht nur in der deutschen Presse wohlbekannten Künstlers ins Gigantische gewachsen ("Imperia" im Hafen von Konstanz, "Friede sei mit Dir" am taz-Gebäude in Berlin, "Heinrich der Löwe" in Schwerin, "Magische-Säule" in Meersburg etc.). Eine kleine begrenzte Ausstellung in Weil der Stadt kam da nicht in Betracht. Die lehnte der Bildhauer auch kategorisch ab: man könne seine Figuren kaufen, ihn in Bodman aufsuchen oder am besten beides! Das Kunstforum startete eine Exkursion ... 

  

„Schelmenbaum“, Lenks jüngste Auftragsarbeit in Emmingen-Liptingen von 2012.

  

Akademischer Gorilla, Ähnlichkeit rein zufällig  -   Bewunderung und Skepsis

  

„Bodenseereiter“ (Walser-Brunnen, von 1999) in Überlingen -  Mittag in der „Krone“

  

Lenks "Ubicumque felix Napoleon" im Gasthof "Krone" in Überlingen

   

"Ludwigs Erbe" beim Zollhaus in Ludwigshafen (2008)  -  Ausschnitt "welcome idiots" 

  

Figurenspiel im Skulpturengarten in Bodman beim Warten - da ist der Meister !

Höhepunkt des Kunstausflugs war das Treffen mit dem Künstler persönlich. Peter Lenk zeigte den Besuchern in seinen  Gärten und seinem Atelierhof Tonfiguren oder Steingüsse von Plastiken, die zuvor in Emmingen/Liptingen, Überlingen und Ludwigshafen besichtigt worden waren oder aus Hirsau, Konstanz und anderswo bekannt sind. Spannend war es, die Geschichten, die sich um seine Großplastiken ranken (oder die er um seine Plastiken rankt) zu hören. Es sind Geschichten von Macht, Geld und Sex. Lenk zeigt mit seinem Finger ungeniert und provokativ auf alles, was die Volksseele erregt. So entstanden satirische Arbeiten, die schon so manchen Prominenten oder Würdenträger auf die Palme gebracht haben.

Zwölf mal zwölf Meter hoch ist der „Schelmenbaum“ von 2012 in Emmingen, vorgeführt werden dabei regionale und überregionale Honoraren – und auch das Thema gefälschte Doktorarbeiten wurde aufgenommen. „Es wird ja immer alles so schnell wieder vergessen, es kommt immer eine neue Schwindelmeldung nach der anderen“, sagt der heute 67-Jährige. Daher sei es wichtig, dass man in den Denkmälern unserer Zeit auch etwas dokumentiert. „Ich fühle mich nicht als Provokateur, sondern als Chronist.“

Der Brunnen Bodenseereiter in Überlingen, 1999 errichtet, wurde vor allem als Karikatur und groteskes Denkmal für den am Ort ansässigen Dichter Martin Walser bekannt. Die Stadt Überlingen wünschte eine Darstellung von Gustav Schwabs Ballade „Der Reiter und der Bodensee“. Lenks augenzwinkernde Realisierung dieses Wunsches zeigt einen widerwillig vorwärts strebendem Gaul, darauf freudlos ein Reiter mit den Gesichtszügen Walsers, starr vor Unbehagen. Statt Stiefeln trägt der Reiter Schlittschuhe - "damit er nicht ausrutscht auf dem Glatteis der deutschen Geschichte.“ Peter Lenk spielt damit auf Kontroversen um Walsers Haltung und Aussagen zur jüngeren deutschen Geschichte an.

Das Kunstprojekt „Ludwigs Erbe“ in Ludwigshafen wurde im Jahre 2003 vom lokalen Touristik-Förderverein initiiert und in einer Gemeinderatssitzung unter dem Arbeitstitel „Toilettendrama und Feudalismus“ grundsätzlich genehmigt. Entstanden ist eine künstlerische Bestandsaufnahme der Gesellschaft, ein 10 x 4 Meter großes Relief an der Rathauswand in Form eines Triptychons, offiziell ein Denkmal zu Ehren Herzog Ludwigs, der Ludwigshafen seinen Namen gegeben hat. Eine vehemente Kritik an der immer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft, eine derbe Gesellschafts-Karikatur, die entfernt an Hieronymus Bosch erinnert. Sie spaltet die Betrachter in begeisterte Fans und erbitterte Gegner. 

Spitzenpolitiker und Top-Manager sind als kichernde Nackedeis zu sehen. Gleich daneben sind «Hartz-VI»-Empfänger mitsamt VW-Betriebsrat und Prostituierten versammelt. Das einfache Volk von Wurstessern und einer Warteschlange wird vor einer Behelfs-Toilette verkörpert. „Auf humorvolle Weise deutet der Künstler an, dass sich seit den Zeiten des Feudalismus nicht allzu viel geändert hat. Die da oben leben in Saus und Braus, während die da unten ihre Bedürfnisse unterdrücken müssen.“ (Stuttgarter Nachrichten 7.9.2008)

Lenk verteidigt sich gegen den Vorwurf der Pornografie: er wolle mit seinem Werk die seiner Ansicht nach ans Obszöne grenzenden Verstrickungen zwischen Macht und Geld widerspiegeln. Es gehe ihm «um den alten und den neuen Feudalismus. Und es geht darum, dass die Demokratie schwächelt», sagte der Künstler. Daher habe er diese Zustände entsprechend bildlich  dargestellt: «Wenn es um ihre Privilegien geht und darum, dem Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, dann halten sie sich alle die 'Stange'. Politik ist viel pornografischer als jede Kunst.»

 

 


 

RKF Schmidt, Agnes Schmidt-Schöne, Philip Marcel, Maja Schöne

"Humanoide - Verwandte Bilder"

9. - 30. 6. 2013

          

Besucher am Vernissage-Sonntag         - RKF Schmidt bedrängt von seinen Humanoiden

          

Maja-Schöne-Fotos von A. Smailovic    -   Hl. Wendelin, Uomo + Köpfe von A. S.-Schöne

          

Soziale Intervention                                        -    RKF Schmidt erklärt seine Humbabas

          

HP Schlotter, Adrienne Braun, Kurator John  -   A. S.-Schöne vor Humanoid von Philip M.

Wer sind wir? Was macht den Menschen aus? Diese Fragen werfe die Ausstellung auf, wie Adrienne Braun in ihrer Einführungsrede an der Vernissage letzten Sonntag in der Wendelinskapelle eindringlich ausführte. Unter dem hintersinnigen Titel wird ein Panorama aus vier Positionen in darstellender und bildender Kunst vorgestellt. Arbeiten einer Künstlerfamilie werden gezeigt, die um das Thema Humanoid, künstlicher Mensch, Mensch der Zukunft kreisen: „Agnes Schmidt-Schöne lenkt den Fokus auf Form und malerische Mittel, die sie immer neu hinterfragt. Rudi Schmidt macht in seiner expressiven Malerei das brodelnde Innenleben des Menschen sichtbar, während Maja Schöne in Rollen schlüpft, um uns unser eigenes Verhalten vor Augen zu führen (als Hauptdarstellerin im Filmdrama „Der Brand“ am 9.6. im Filmstudio Kulisse, sonst in atmosphärisch stark aufgeladenen Impressionen/Schauspiel-Szenenfotos von Armin Smailovic in der Kapelle). Bei den Arbeiten von Philip Marcel dagegen geht es nicht mehr darum, durch Anschauung die eigene Erkenntnis zu erweitern, sondern durch Teilhabe.“

An der Westfront der Kapelle präsentiert er zwei Arbeiten, die man als „soziale Interventionen“ bezeichnen kann: links nur in Teilen sichtbar hängt eine 7 Meter große Fahne mit dem Thema „Zukunftsbilder – Visionen für Morgen“, ein Projekt mit Berliner Jugendlichen, deren Ergebnisse dort an der Deutschen Oper aufgehängt waren (ein ähnliches Street-Art-Projekt will der Künstler im Herbst auch mit Jugendlichen in Weil der Stadt angehen!). Rechts dann der Großdruck eines multi-ethnischen Kopfes, den er selbst aus vielen Einzelphysiognomien digital zusammengestellt hat; Besucher können sich hier künstlerisch ins Bild einbinden lassen, indem sie ihre Visionen oder Wünsche vom Menschen der Zukunft in Worten oder auch bildlich-gestalterisch dazu notieren.

Am Vernissage-Abend wurde in Kooperation mit der Filmmanufaktur WDS in der Kulisse der Film „Der Brand“ (Deutschland 2011) gezeigt. Für die herausragend gespielte Hauptrolle in diesem Film-Drama erhielt die ehemalige Schülerin des Johannes-Kepler-Gymnasiums Weil der Stadt Maja Schöne den Deutschen Schauspielerpreis 2013!

             

Zur Finissage in der Wendelinskapelle am 30.6. beantwortete Maja Schöne (links neben Agnes Schmidt-Schöne) bereitwillig die an sie gestellten Fragen, die Besucher waren von ihrer Authenzität und Präsenz, aber auch ihrer Natürlichkeit beeindruckt! Philip Marcel taxiert die „sozialen Interventionen“, die er seinem Humanoid-Finish noch unterziehen wird.


 

Wolfgang Ganter

aided recall

24.2.-17.3. 2013     

Panorama von links: Rudolfstrasse, Jagd, Walchensee-Frühling, white hole sun, Bühnenvorhang, Flugfleck, Zentrum)

      

Einführungsrede Christoph Poetsch vor O.T. (Rudolfstrasse), 2013, 260x162 cm

      

Grußwort Bürgermeister Thilo Schreiber          Groß und Klein vor "Flugfleck", 2012

     

Kunstphilosophen Poetsch/Ganter (vor "Badende")  Finnisage-Gesprächsrunde

Ausstellungskurator Helmut John freute sich über den beträchtlichen Besucherandrang bei der Vernissage. Er stellte Wolfgang Ganter als Berliner Künstler und zugleich als ‚Sohn’ der Stadt vor. Hier in Weil der Stadt besuchte er das Gymnasium - und natürlich fanden sich mehrere Weggefährten von der Lehrer- wie von der Mitschülerseite unter den Eröffnungsgästen. Bürgermeister Thilo Schreiber überreichte dem Künstler ein Mitbringsel aus der Partnerstadt Riquewihr. Schreiber sprach dem Kunstforum für seine Kulturarbeit Anerkennung aus und bot Zusammenarbeit und Unterstützung von Seiten des Rathauses an.

Wolfgang Ganter ist nach dem Kunststudium in Karlsruhe nach Berlin gezogen. Dort erarbeitete er sich hart seine künstlerische Existenz – jetzt, mit Mitte Dreißig, zeigen sich bereits erstaunliche Erfolge. Inzwischen wird er von mehreren Galerien in Europa und Übersee vertreten. Nach Präsentationen seiner Werke  bei der ‚Kunststiftung Baden-Württemberg’ konnte ihn das Kunstforum für Weil der Stadt gewinnen, wo auch seine Eltern leben.

Der Kunstwissenschaftler und Philosoph Christoph Poetsch führte lebendig und eindringlich, aber auch gedanklich anspruchsvoll in die Bildwelt Wolfgang Ganters ein. Seine Vorgehensweise in der Bildfindung ist ungewöhnlich, denn er geht von vorgefundenen Kleinbilddias aus, die er bakteriologischen und anderen Verfallsprozessen unterwirft, im digitalen Verfahren bearbeitet und vergrößert und auf Holztafeln mit Epoxidharzüberzug zu beeindruckenden Kompositionen gestaltet.

Deren Faszination geht von einem Spannungsverhältnis aus von einerseits noch erhaltenen oder verfremdeten ursprünglichen Bildmotiven und andererseits deren Auflösung. Das Erzählerische verwandelt sich in lustvoll abstrakte Farb- und Formzusammenhänge. Der junge Künstler forscht und spielt während des chemischen Prozesses mit dem Zufall, bei dem er steuernd eingreift. Die mit einer glänzenden Oberfläche versiegelten Tafeln erhalten eine farbig und strukturell hochästhetische, zum Teil sogar dekorative Wirkung. Dabei wird die Schönheit nicht gefällig, sondern bleibt durch vielfältige Brüche und irritierende Komponenten spannend und beunruhigend.

Diese Wirkung wurde unter den Vernissagegästen eingehend diskutiert, ebenso die Bedeutung des Ausstellungstitels, im Englischen ein stehender Begriff, den man in etwa mit „Erinnerungsstütze“ übersetzen kann - was wiederum auf die Verwendung von Bildrelikten verweist.

 

Wolfgang Ganter am 14.2. beim Atelier-Gespräch vor seiner "Venus" mit Rudi Schmidt (li)

"Venus"-Ausschnitt in Augenhöhe rechts mit Ganter-Spiegelung

wolfgang ganter
„aided recall"
24.2.-17.3. 2013

der künstler setzt aufgefundene bildträger unterschiedlichen chemischen prozessen aus.
bakterien zersetzen dia-schichten in verschiedenen ebenen, sodass mittels dieser
transformationsentwicklungen neu komponierte bildwelten entstehen.

vernissage: sonntag, 24. februar 2013 um 11 uhr
finissage: Sonntag, 17. märz um 16 uhr

 

begrüßung: helmut john
einführung: christoph poetsch

offen: do + fr 16 - 19 uhr, sa + so 11 - 17 uhr

kunstforum weil der Stadt e.v.
wendelinskapelle
herrenberger str. 17 71263 weil der stadt

 

   Ganters "Himmelfahrt" von 2005 neben dem Fresko "Jüngstes Gericht" (Ende 17.Jhdt.)

Wolfgang Ganter, "o. T." (Himmelfahrt), 162 x 260 cm, 2005 hing parallel zur Ausstellung in der Wendelinskapelle in Weil der Stadt in der Jakobskirche im Teilort Münklingen - noch verlängert bis 9.5.2015 (Himmelfahrtstag). Gottesdienst mit Bildpredigt (Pfarrer Martin Jetter) und Kunstgespräch (Helmut John) am 24.3.2015.